Die Javaneraffen

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Haltung im Labor

Anfang Juni 2003 wandte sich ein Professor einer medizinischen Fakultät in Paris an uns. Er wollte aus einer Gruppe von insgesamt 36 Affen 12 bei uns unterbringen. Warum nur 12? Wahrscheinlich handelte es sich um die ältesten unter ihnen. Die jüngeren wurden - vielleicht zu Versuchszwecken -von einem anderen Labor übernommen.
Nach langem Hin und Her und vielen behördlichen Hürden, die nicht immer erklärlich sind, wird schließlich vereinbart, dass wir die Tiere am 27. Juni abholen. So finden wir uns also um 10 Uhr im Hof der Fakultät ein, die wie ein Gefängnis bewacht wird: elektronisch gesteuertes Tor, Wärter, usw. Der Tierpfleger, der sich um die Affen kümmert, holt uns ab und weist uns an, unauffällig und schnell vorzugehen. Wir stellen Transportkäfige in einen Lastenaufzug und fahren in den 5. Stock hinauf. Dort bringen wir unser Material schnell in den Tierhaltungsraum, wo mehrere Reihen Käfige stehen. Die Käfige haben eine Fläche von 80 cm x 80 cm und sind 1,20 m hoch. Die meisten Affen sind einzeln untergebracht. Die Anzahl der Käfige lässt darauf schließen, dass in dem Tierhaltungsraum bei „Hochbetrieb“ zwischen 60 und 100 Affen gehalten werden. Als wir uns darüber beraten, wie wir die Tiere gefahrlos fangen und in die Transportkäfige schaffen können, antwortet der Tierpfleger, dass dies kein Problem sei, da die Tiere daran gewöhnt seien, aus ihrem Käfig in einen etwa 30 x 20 x 40 cm großen Wiegekäfig zu gehen. Und tatsächlich sind alle Affen in weniger als einer halben Stunde in den Transportkisten untergebracht. Wir verstauen die Affen – wieder schnellstmöglich – in unserem Fahrzeug und verlassen die Fakultät. Dabei vergessen wir jedoch die 24 verbliebenen Tiere keinesfalls: Eine Tierschutzorganisation nimmt Kontakt mit dem Labor auf und übt Druck aus, bis sie auch diese Tiere schließlich herausholen und uns übergeben kann.

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